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Rückblick

Zum Jahresende 2009 haben wir einmal kurz Revue passieren lassen, 
wie die Geschichte mit unserer Katzenpension eigentlich begann 
und wie sich die Sache dann entwickelt hat. 
Nun werden Sie sich vielleicht fragen wieso gerade heute, zum Jahreswechsel 2009 / 2010 ?

Darauf gibt es eine einfache Antwort, vor fünf Jahren, 
hatten wir zum ersten mal Pensionskatzen über Weihnachten und Sylvester in der Pension.
Wir haben  nämlich am 15. Dezember 2004 die Pension eröffnet. 
Damals hatten wir mehr Zeit zum "Weihnachten und Sylvester feiern".
Heute ist in der Pension "volles Haus", so dass wir auch über die Feiertage immer ausreichend beschäftigt sind. 
Trotzdem ein kurzer Rückblick auf fünf aufregende und zum Teil stressige Jahre.

2004 passierte logischerweise nicht mehr viel, es waren ja nur noch 16 Tage vom Jahr übrig. 
Damals genossen wir die für uns ruhigen Feiertage sehr, denn die drei Monate vorher waren Stress pur.

Die ständige Belastung mit Behördengängen, dann fehlte da noch ein Formular, oder da eine Unterschrift, 
dann musste noch dieses und jenes beigebracht oder beantragt und genehmigt werden, 
die Sachkunde (über Katzen) musste auch nachgewiesen und dafür eine entsprechende Prüfung abgelegt werden. 
Die Pension selbst musste nach behördlichen Vorgaben hergerichtet 
und vom Veterinäramt abgenommen werden usw. usw.! 
Dazu kam ein ständiger Termindruck, denn wir wollten zum 15.Dezember eröffnen 
und hatten schon entsprechende Werbung gemacht. 

Aber es hat dann ja doch alles noch geklappt und wir konnten eröffnen. 
So waren wir eigentlich nicht böse darum, dass unser 1. Geschäftsweihnachten etwas ruhiger war. 

Ab 2005 wurden es dann langsam aber sicher immer mehr Katzen die zu uns kamen 
und mit jeder Katze kam ein neuer Charakter, neue Eigenheiten, 
zum Teil auch neue uns bis dahin unbekannte Probleme. 
Aber es gelang uns immer unseren Optimismus zu behalten, wenn es auch manchmal schwer fiel, 
dabei half uns mehr als einmal, dass uns ein erfahrener Selbständiger gesagt hatte 
vor allem brauche man eine sehr hohe "Frustrationstoleranz".

So gingen Monate und Jahre dahin und irgendwie tröpfelte es nur in der Pension, 
wir waren eigentlich nie vollkommen ausgebucht.
So ging es eigentlich bis zum Herbst 2007. 

Immer war die Pension nur zum Teil belegt, manche Leute reservierten zwar telefonisch, 
schickten aber dann die schriftliche Reservierung nicht zurück 
oder sie erschienen einfach nicht zum vereinbarten Termin.

Erfreulicherweise haben aber in diesen fünf Jahren aber auch schon etliche Stammkunden gewonnen, 
die uns durch ihre Zufriedenheit und mit ihrem Lob häufig aufbauten. 

Wir möchte hiermit gerade diesen ein große Dankeschön für Ihr Vertrauen und Ihre Treue aussprechen.

Dann kam Weihnachten und der Jahreswechsel 2007/2008.

Zum ersten Male hatten wir eine komplett volle Pension, und das über etliche Wochen, 
ja wir mussten sogar Absagen erteilen weil wir einfach keinen Platz mehr hatten. 
Es alles klappte problemlos, was uns auch heute noch oft selbst verwundert.

Dann aber kam das Frühjahr 2008 und damit ein totaler Einbruch. 
Über Wochen, ja Monate hinweg - keine neue Reservierung, alles öde und leer. 
Wir suchten nach Gründen und Fehlern, fanden aber eigentlich keine die uns dies erklären konnten, 
wir waren damals kurz vor dem Aufgeben.

Aber dann, dann ging alles wieder Schlag auf Schlag, 
mittlerweile müssen wir unsere Kunden bitten mit langen Vorlaufzeiten zu reservieren, besonders in Spitzenzeiten. 

Um unsere Verwunderung zu erklären darüber, dass alles in den ausgebuchten Zeiten klappt folgendes:
Wir betreiben in unserer Pension die "Rudelhaltung", 
das heisst bei uns gibt es keine abgetrennten Boxen, 
bei uns darf sich jede Katze frei bewegen wie sie es möchte.
Bei uns wird normalerweise niemand in einen Käfig eingesperrt!

Nun wurde und wird zum Teil in den Medien und auch sonst, die Meinung vertreten 
Katzen wären Einzelgänger und untereinander nur sehr schwer verträglich. 
Diese Aussage hatten natürlich auch wir im Kopf, 
obschon wir eigentlich durch unsere eigenes privates Rudel schon etwas anderes kannten, 
aber die leben halt auf Dauer zusammen.

Die Katzen in der Pension sind aber ja immer nur für begrenzte Zeit zusammen und wir dachten, 
dies würde Probleme mit sich bringen.
Das war aber ein Irrtum, denn im Gegenteil wir stellen immer wieder fest, 
dass je mehr Katzen wir hier haben die Stimmung immer besser wird. 
Haben wir nur 4 oder 5 Katzen da, wird öfter Mal gefaucht, 
der Individualismus der Katzen kommt dann viel stärker zum Vorschein. 
Wenn aber alles voll ist kommt dies nur in Ausnahmefällen vor. 

Nur jeweils die Katzen, die neu dazukommen sind in den ersten 24 - max. 48 Stunden etwas reserviert.
Aber dies auch nur bei den ersten 1 - 2 Aufenthalten, dann wissen die Damen und Herren genau, 
was hier so abgeht und alles ist gut.
Die meisten haben hier so eine Art Stammplatz, wo sie sich am liebsten aufhalten, 
der wird dann sofort nach Ankunft wieder mit besetzt (wenn er frei ist),
dann wird geschaut wer denn alles so da ist und ob man sich bereits kennt 
oder es werden halt neue Kontakte aufgebaut.

Es ist immer wieder interessant dies zu beobachten, wie behutsam Katzen miteinander umgehen. 
Sicher kommt es schon mal zu Drohgebärden und es wird auch schon mal eine Pfote gehoben 
oder gar ein Scheinkampf ausgefochten.
Dabei ist aber jeder der Kontrahenten sichtlich auf das genaueste bemüht sein Gegenüber ja nicht zu treffen. 
Man schlägt also mit voller Absicht daneben!!

In den bisherigen Jahren mussten wir nur einen Kater, einmal und nur für eine Nacht in Einzelhaltung setzen. 
Er verhielt sich damals sehr aggressiv, obschon er schon mehrfach bei uns zu Gast war und  
während diesen Aufenthalten immer ausgeglichen und freundlich war.
Am nächsten Tag ließen wir ihn wieder zu den anderen, er hatte sich sichtlich beruhigt 
und alles war wieder in Ordnung. Bei der Abholung ihres Katers gestanden uns die Halter,
das Sie am Tag der Anreise eine massiven Ehekrach ausgetragen hätten. 
Daher war der Kater so verstört. 

Auch hatten wir schon einige Notfälle, mit denen wir in die Tierklinik mussten, 
aber alle - bis auf Einen - haben es gut überstanden.
Dieser Eine war zu gleich das traurigste Ereignis das wir in der Pension in den fünf Jahren erlebten und das kam so:
Ein junger Mann kam und sah sich die Pension an, weil er uns seinen Kater für etwa einen Monat bringen wollte.
Es sagte ihm alles zu und so kam er an einem Samstag mit seinem 11 jährigen Kater Elvis hier an. 
Beide, Kater und Halter waren psychisch in einem katastrophalen Zustand. 
Dies war bedingt durch riesengroße private Probleme die aber hier nichts zu  suchen haben.
Elvis besetzte eine Schlafhöhle und reagierte am 1. Tag auf gar nichts, 
ließ sich weder herauslocken noch von uns anfassen.
Er machte insgesamt einen sehr erschöpften und verstörten Eindruck. 
Zwar erzählte uns der Halter er wäre mit Elvis vorher beim Tierarzt und dieser hätte Elvis noch untersucht, 
entwurmt und gegen Außenparasiten behandelt aber anscheinend sonst nichts festgestellt.
Am nächsten Tag saß Elvis zitternd und wackelnd auf dem Kratzbaum. 
Alles was er zu sich nahm erbrach er sofort wieder und außerdem hatte er extrem Durchfall.
Also sofort mit dem armen Kerl zum Notdienst. Dort wurde er sofort behandelt, 
damit er erst wieder etwas zu Kräften kam. Am nächsten Tag wurde dann nach Rücksprache mit dem Halter 
eine Generaluntersuchung u.a. auch mit Ultraschall durchgeführt. Dabei kam es leider zu einer niederschmetternde 
Diagnose. Elvis hatte beidseitig des Darmes Krebsgeschwüre so groß wie Tischtennisbälle und am Dickdarm 
eine Geschwulst so groß wie ein normaler Tennisball. Auch die Blutwerte bestätigten diese Diagnose 
mit grauenvollen Werten. Nach der Untersuchung stand fest, Elvis würde diese Woche nicht überleben.
Damit hatte ich die schwere Aufgabe diese Nachricht an den ohnehin schon überlasteten Halter zu überbringen.
Auch darauf möchte ich hier nicht näher eingehen, auf jeden Fall wurde gemeinsam beschlossen, 
Elvis von seinen Qualen zu erlösen, aber der Halter wollte dabei sein. 
 Dieser hatte aber keine Möglichkeit mehr seinen treuen Begleiter bei sich zu beerdigen, 
daher boten wir ihm an dies hier auf dem Gelände zu tun wie es dann auch geschah. 
Elvis ruht nun an einem sonnigen Platz in einer Naturhecke, er musste aber nicht eingeschläfert werden, 
sondern er starb ruhig in den Armen seines Halters kaum das dieser in der Klinik bei ihm eingetroffen war. 

Um nun aber nicht so enden zu müssen, hier noch ein ähnliches Erlebnis das aber positiv ausging:
Ein Stammkunde von uns brachte wieder einmal  seine Beiden Katzen zu uns, 
Mausi und Trixi, zwei irre liebe Schmuser. 
Um so sehr wunderten wir uns, dass Mausi statt mit uns zu schmusen fauchte und sich verkroch. 
Auch wollte er nichts fressen, was noch verwunderlicher war. Also wieder einmal zum Notdienst, 
denn so etwas passiert natürlich immer an Sonntagen) Mausi wurde stationär aufgenommen und ihn 
noch gründlicheren Untersuchungen zu unterziehen. Das Ergebnis war: 
Mausi hatte einen Zuckerwert von über 500 (statt etwa 50), er hat also Diabetes und genau wie beim Menschen 
wurde Mausi nun auf Insulin eingestellt. Er muss in Zukunft täglich eine kleine Spritze bekommen. 
Als er nach drei Tagen wieder zu uns durfte, fiel diese Aufgabe natürlich zuerst auf uns. 
 Mausi ist aber einer von der ganz cleveren Sorte. Immer wenn man morgens 
mit der Spritze kam und rief: "Mausi deine Spritze", so kam dieser hopp hopp von seinem Platz auf einem Schrank, 
legte sich bäuchlings auf den Schreibtisch, reckte sein Hinterteil in die Luft und ließ sich seinen Pikser verpassen, 
anschließend ging Mausi zum Frühstück und dann spielen. In der ganzen Zeit die er noch hier verbrachte war dies 
dann ein richtiges Ritual das immer gleich ablief.

Soviel zur Intelligenz von Tieren!!

Mit dieser kleinen Geschichte möchte ich nun enden,denn auch jetzt, wo ich dies hier schreibe wuseln 15 Katzen 
durch die Pension von im Alter von 4 Monaten bis zu 15 Jahren. Kater und Kätzinnen zusammen und alle sind 
friedlich und zufrieden. Erstaunlicherweise erweisen sich gerade Katzen und Kater die von ihren Haltern/innen  
als "Schläger" bezeichnet werden bei uns fast immer als regelrechte Feiglinge. Und die die nicht so feige sind, 
die bilden dann richtige Katzengangs, die zusammen toben und alles auf den Kopf stellen. Da kommt es schon mal 
vor, das Teppiche bis in andere Räume geraten, oder das Futterschalen und auch schon mal ein Katzenklo im Weg 
sind. Es ist eben immer etwas los bei uns.

Das es so friedlich ist erscheint um so erstaunlicher, da zwei der jungen Kätzinnen noch nicht sterilisiert sind, 
und wohl kurz vor der ersten Rolligkeit stehen. Aber es ist halt so, vermutlich sind Katzen einfach friedlicher 
und auch vernünftiger als andere, angeblich intelligentere Säugetiere. 

Da es aber auf die Fütterungszeit zugeht wird es langsam lebhafter und ich muss Schluss machen.

Wir genießen jedenfalls die Ruhe und den Frieden und freuen uns über unsere Gäste.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern 
und unseren Kunden ein gutes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2010.

Uns selbst natürlich auch.

Helmut Schneider

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